Grüne Stunde
16 ℳGin, Chartreuse verte, Limette, Estragon — serviert im beschlagenen Coupé
Bar◆Varieté◆Ballsaal
Hinter der grünen Tür am Gendarmenmarkt schlägt seit 1926 das Herz der Berliner Nacht — Cocktails, Klaviere und käuflicher Glanz.
— Anno 1926 —
No. I
Acht Signaturen, gerührt und geschüttelt seit drei Generationen
Gin, Chartreuse verte, Limette, Estragon — serviert im beschlagenen Coupé
Champagner, Crème de Violette, Zitronenöl — perlt bis zum Morgengrauen
Rye Whiskey, Bergamotte, Eiweiß, Angostura — mit goldenem Zuckerrand
Das Hausgeheimnis seit 1926 — die Rezeptur kennt nur der Barchef
Cognac, Orangenlikör, Zitrone — nach dem Originalrezept des Hauses
Weißer Rum, Ananas, Grenadine, Maraschino — süß wie der Stummfilm
Gin, roter Wermut, Fernet — eine Verbeugung vor Ada Coleman
Champagner, Sherry, Saisonfrüchte, zerstoßenes Eis — im Silberbecher
Alle Preise in Smaragd-Mark (ℳ) — unserer hauseigenen Währung, eingetauscht am Empfang. Alkoholfreie Varianten jeder Signatur auf Anfrage.
No. II
Ein Jahrhundert hinter der grünen Tür
Als die Likörfabrikantin Margarethe Brandt im Winter 1926 den ehemaligen Ballsaal eines Bankhauses übernahm, ließ sie nur eines ändern: die Tür. Sie wurde smaragdgrün gestrichen, und wer dreimal klopfte, dem öffnete sich eine Welt aus Messing, Marmor und Musik.
Der Salon überlebte Verbote, Verdunkelung und vergessene Jahrzehnte — versteckt, verpachtet, doch nie verloren. 1958 hoben Margarethes Töchter die Dielen an und fanden den vermauerten Barschrank unversehrt: vierzig Flaschen, ein Rezeptbuch, ein Versprechen.
Heute führt die dritte Generation das Haus. Die Kronleuchter sind dieselben, das Klavier ist verstimmt wie eh — und der Smaragd wird noch immer nach jenem Buch gerührt, dessen letzte Seite fehlt.
1926
Margarethe Brandt eröffnet den Salon hinter der grünen Tür — drei Klopfzeichen, kein Schild.
1958
Wiedereröffnung nach dem Fund des vermauerten Barschranks samt Original-Rezeptbuch.
2024
Restaurierung des Ballsaals — jede Messingleiste von Hand poliert, jede Strahlenlinie neu vergoldet.
No. III
Drei Räume, drei Stimmungen — eine Geometrie
Sechs Meter Deckenhöhe, ein Sternhimmel aus Messingstrahlen, Parkett für hundert Paar Schuhe.
Zwölf Meter Marmor unter Pfauenfedern aus Messing — der längste Tresen des alten Berlin.
Acht Plätze hinter grünem Samt — für Geschäfte, Geständnisse und Geburtstage im kleinen Kreis.
No. IV
Drei Klopfzeichen genügen — eine Reservierung ist sicherer
Varieté-Programm: Donnerstag bis Samstag ab 21 Uhr, Einlass nur mit Reservierung.
Telefonisch, täglich ab 16 Uhr
030 · 1926 · 000oder schriftlich an
abend@salon-smaragd.example Jetzt anrufenAbendgarderobe erbeten. Hüte dürfen bleiben — Eile bitte an der Garderobe abgeben.