Keramikatelier · Leipzig-Plagwitz

Kein Gefäß ist fertig. Keines muss es sein.

TONARI formt Gefäße, die ihre Entstehung nicht verbergen: eine Daumenspur im Fuß, ein Glasurlauf, ein Rand, der nicht ganz die Waage hält. Was bricht, wird in Gold gefügt — und ist danach mehr als zuvor.

Vase Herbstregen Holzbrand · Einzelstück

Wabi-Sabi

Drei Worte, für die das Deutsche keine Worte hat.

Unsere Arbeit folgt einer alten japanischen Ästhetik. Sie lässt sich nicht übersetzen — aber anfassen. Jedes Gefäß von TONARI ist ein Versuch, diese drei Begriffe in Ton zu sprechen.

wabi

Die Stille des Einfachen

Wabi ist die Würde des Schlichten: ein unglasierter Fuß, ein gedeckter Ton, nichts, das gefallen will. Ein Wabi-Gefäß drängt sich nicht auf — es wartet, bis man es in die Hand nimmt.

sabi

Die Schönheit der Zeit

Sabi ist die Patina der Jahre: Teespuren in der Glasur, ein Rand, den tausend Lippen weicher gerieben haben. Unsere Becher sind am schönsten nicht am Tag des Kaufs — sondern zehn Winter später.

ma

Die Kraft der Leere

Ma ist der Raum zwischen den Dingen: die Pause im Gespräch, die leere Wand hinter der Schale. Eine Schale ist nicht der Ton — sie ist die Leere, die der Ton umschließt. Deshalb steht auf unseren Regalen so wenig.

Die Gefäße

Vier Stücke. Keines gleicht dem anderen — absichtlich.

Alles entsteht an der Drehscheibe und wird im Holzofen gebrannt. Asche, Flamme und Zufall zeichnen mit. Was Sie hier sehen, ist deshalb nur ein Geschwister dessen, was Sie erhalten.

Schale No. 7

Serie „Flussbett“ · für Reis, Suppe, Hände
  • MaterialSteinzeug, eisenhaltig
  • BrandHolzofen, 1280 °C, 3 Tage
  • GlasurReisstroh-Asche, innen
  • Maßeø ca. 16 cm — kein Stück misst gleich
48 €inkl. MwSt. · nummeriert Anfragen

Teebecher „Asche“

liegt links wie rechts gleich gut — fast
  • MaterialSteinzeug, hell schamottiert
  • BrandHolzofen, 1300 °C, Anagama
  • GlasurNaturasche, vom Feuer gesetzt
  • Maßeca. 240 ml · Daumenmulde links
34 €inkl. MwSt. · nummeriert Anfragen
Einzelstück

Vase „Herbstregen“

für einen Zweig. Höchstens zwei.
  • MaterialSteinzeug, dunkler Scherben
  • BrandHolzofen, 1280 °C, Frontplatz
  • GlasurTenmoku, ablaufend
  • MaßeH ca. 26 cm · Hals 3,5 cm, geneigt
86 €inkl. MwSt. · signiert Anfragen
Vergeben · Warteliste

Teller „Mondsplitter“

zerbrach im Brand. Wurde dadurch erst er selbst.
  • MaterialSteinzeug, grob schamottiert
  • BrandHolzofen — zerbrach beim Abkühlen
  • GlasurNuka-Weiß · Naht: Urushi & Gold
  • Maßeø ca. 24 cm · 1 Naht, 2 Adern
120 €vergleichbares Stück auf Anfrage Vergeben

Ichi-go ichi-e — jede Begegnung nur einmal. Unsere Auflagen sind klein, Nachbrände dauern Monate. Wenn ein Stück Sie anspricht, schreiben Sie uns — wir legen es ins Fensterregal und es wartet vierzehn Tage auf Sie.

Reparatur-Werkstatt

Bruchstellen in Gold.

Kintsugi ist die japanische Kunst, Zerbrochenes mit Urushi-Lack und Goldpuder zu fügen. Der Riss wird nicht kaschiert — er wird betont. Denn ein Gefäß, das gelebt hat, muss seine Geschichte nicht verstecken.

Wir reparieren nicht nur eigene Stücke. Bringen Sie uns die Lieblingstasse Ihrer Großmutter, die Schale aus dem ersten gemeinsamen Urlaub — wir geben sie Ihnen wertvoller zurück, als sie heil je war.

SichtenSie senden uns ein Foto der Scherben. Wir sagen ehrlich, ob sich die Fügung lohnt — manchmal ist ein Abschied der bessere Weg.
FügenUrushi-Lack bindet die Scherben, Schicht um Schicht. Zwischen jeder Schicht: Wochen der Ruhe im Feuchtschrank.
VergoldenAuf die letzte, noch weiche Lackschicht stäuben wir 23-karätiges Goldpuder. Die Naht wird zur hellsten Linie des Gefäßes.

Ab 90 € je Bruchlinie · Dauer 8–12 Wochen — gute Narben brauchen Zeit.

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Die Werkstatt

Ein Hinterhof, eine Drehscheibe, ein Ofen mit eigenem Willen.

TONARI heißt auf Japanisch „nebenan“ — und genau dort arbeiten wir: im zweiten Hinterhof einer alten Garnspinnerei in Leipzig-Plagwitz, neben einer Tischlerei, deren Hobelspäne wir für den Ofen bekommen. Der Name ist Programm, das Wortspiel ein Geschenk: Wir machen Dinge aus Ton, nebenan.

Gegründet hat das Atelier Hanna Ueda, Keramikmeisterin mit Lehrjahren in Mashiko, Japan. Dort lernte sie zwei Dinge: dass eine Schale erst an der dreitausendsten gelingt — und dass „gelingen“ etwas anderes bedeutet, als sie dachte.

Unser Anagama-Holzofen wird drei Mal im Jahr gefüllt und über drei Tage und Nächte im Schichtbetrieb gefeuert. Wo ein Stück im Ofen steht, entscheidet sein Gesicht: Die Flamme bemalt vorn anders als hinten. Wir stellen, der Ofen vollendet.

3×Brände im Jahr
72hFeuer je Brand
1300°CSpitzentemperatur
0Stücke identisch

Der Weg eines Gefäßes

Drehen

Ein Kilogramm Ton, zentriert und wieder aus der Mitte gelassen. Die Wand bleibt dort dicker, wo die Hand langsamer war — das darf man später fühlen.

Minuten

Trocknen

Wochen unter Leinentüchern, gewendet wie Brot. Wer hier drängt, dem reißt der Boden — und nicht jeder Riss verdient Gold.

2–4 Wochen

Brand

Drei Tage Feuer, gefüttert von Hand, auch nachts um vier. Asche fliegt, schmilzt, wird Glasur. Was der Ofen verwirft, verwerfen auch wir.

72 Stunden + 1 Woche Abkühlen

Glasur & Auslese

Beim Öffnen des Ofens ist es still wie beim Auspacken eines Briefes. Etwa die Hälfte der Stücke trägt das Brandzeichen von TONARI — der Rest geht zurück in die Tonne, wird gemahlen und beginnt von vorn.

1 Vormittag, viel Tee
„Die Leute fragen, wie lange ich für eine Schale brauche. Ich sage: dreißig Minuten — und zwanzig Jahre. Und der Riss? Der ist das Ehrlichste an ihr.“
Hanna Ueda · Gründerin, TONARI
Besuch & Kontakt

Die Tür ist angelehnt. Wie alles hier — nicht ganz geschlossen.

Kein Schauraum, kein Verkaufsdruck. Ein Regal, eine Teekanne, zwei Hocker. Kommen Sie vorbei, nehmen Sie die Stücke in die Hand — Keramik kauft man nicht mit den Augen. Für Kintsugi-Anfragen und Drehkurse schreiben Sie uns am besten vorab.

TONARI Keramikatelier Spinnereistraße 14, 2. Hinterhof links 04179 Leipzig-Plagwitz post@tonari-keramik.de

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14 – 18 Uhr
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14 – 18 Uhr
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12 – 19 Uhr
Samstag
10 – 16 Uhr
Sonntag
Stille

Mittwochs um 16 Uhr brüht Hanna Tee aus den Bechern der zweiten Wahl — die mit den schönsten Fehlern. Einfach dazusetzen.

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