Lindenblüte
Der erste Duft des Hauses — ein Juninachmittag unter den Linden der Künstlerkolonie.
- KopfBergamotte · grüne Blätter
- HerzLindenblüte · Mimose
- BasisWeißer Honig · Moschus
Auf der Mathildenhöhe destillieren wir seit vier Generationen Essenzen aus Lindenblüte, Eichenmoos und Absinth — abgefüllt von Hand, besiegelt mit der Libelle.
… eine Erinnerung, die noch nicht stattgefunden hat — wir gießen sie in Glas.
Vier Kompositionen aus dem Haus LIBELLE — jede nach einem Sommer benannt, in dem sie zum ersten Mal destilliert wurde.
Der erste Duft des Hauses — ein Juninachmittag unter den Linden der Künstlerkolonie.
Ein grünes Chypre, tief wie Waldlicht — der Duft, der die Goldmedaille von Turin trug.
Für die Stunde, in der die Gaslaternen angehen — dunkel, pudrig, ein wenig verwegen.
Bernsteinlicht kurz vor dem Abend — warm, harzig, wie Sonne auf altem Messing.
Als Henriette Falter 1903 ihre Werkstatt auf der Mathildenhöhe eröffnete, destillierte sie den ersten Sud aus den Lindenblüten vor der eigenen Tür. Der Kupferkessel von damals steht noch immer im Erdgeschoss — und wird noch immer befeuert.
Wir arbeiten, wie man um 1900 arbeitete: Blüten werden in Schichten mazeriert, Essenzen reifen monatelang in dunklem Glas, und jeder Flakon verlässt das Haus erst, wenn er von Hand etikettiert und mit der Libelle gesiegelt ist. Eile war nie eine Zutat.
Heute führt Urenkelin Charlotte Falter das Haus — mit demselben Rezeptbuch, in das ihre Urgroßmutter einst mit Tinte schrieb: „Der Duft soll bleiben, wenn der Tag vergeht.“
Henriette Falter destilliert „Lindenblüte“ — der Flakon trägt erstmals die Libelle.
„Smaragd“ gewinnt auf der Weltausstellung — die Jury notiert: ein Wald in Glas.
Tochter Else komponiert „Goldene Stunde“ und baut das Essenzen-Archiv im Gewölbe auf.
Nach Jahren der Stille öffnet Enkel Georg die Werkstatt neu — originalgetreu, Kessel für Kessel.
Charlotte Falter führt das Haus — und destilliert jeden Juni wieder vor der eigenen Tür.
Unser Kupferkessel von 1903 kennt nur eine Temperatur: Geduld. Jede Essenz reift mindestens sechs Monate im Gewölbe.
Kein Fließband, keine Charge über vierzig Flakons. Etikett, Siegel und Schleife entstehen am selben Tisch wie 1903.
Linden vom eigenen Hang, Iris aus dem Hessischen Ried, Eichenmoos aus dem Odenwald — nichts Synthetisches, nie.
Ein Parfum ist ein Bogenfenster aus Zeit: oben das flüchtige Licht, in der Mitte das Herz, unten der Grund, der bleibt.
Flüchtig wie Licht
Der erste Eindruck, kaum gelandet, schon davongeflogen — Zitrusöle und grüne Blätter, die das Tor öffnen.
Die Mitte des Bogens
Hier wohnt der Charakter: Blüten, die Henriette schon 1903 mazerierte — schwer genug zu bleiben, leicht genug zu schweben.
Der Grund, der bleibt
Moos, Harz und Holz — das Fundament, das am Abend noch im Schal hängt und am Morgen im Zimmer wartet.
Wer LIBELLE trägt, trägt den Sommer von 1903 am Handgelenk — ein Duft wie aus Glas geblasenes Licht.Wiener Salonblatt Feuilleton · Ausgabe vom 14. Mai 1907
Wir verkaufen nicht über den Tresen hinweg — wir empfangen. Eine Duft-Audienz dauert eine Stunde und beginnt mit Tee.
Nennen Sie uns einen Wunschtermin — wir antworten mit der Post, die wir am liebsten mögen: einer handgeschriebenen Karte. Und natürlich per E-Mail.