geb. Hedwig Eva Maria Kiesler · schönste Frau im Film & Erfinderin des Frequenzsprungs
Tagsüber Hollywood-Ikone, nachts am Zeichenbrett. Eine Person, zwei Vermächtnisse — und beide sind echt.
Louis B. Mayer vermarktete sie als „schönste Frau im Film". Die Welt sah ein Gesicht und übersah einen Verstand. Denn als die Scheinwerfer erloschen, entwarf dieselbe Frau ein Funkverfahren, das zur Grundidee von WLAN, Bluetooth und GPS werden sollte.
Wien, „Ekstase", die Flucht über London nach Hollywood, der Mythos der schönsten Frau der Welt. Warm, golden, körnig — das Bild, das alle kannten.
Ein Zeichenbrett, der Komponist George Antheil, 88 springende Frequenzen und ein Patent gegen das Stören von Funksignalen. Kühl, technisch, präzise — das Bild, das fast niemand kannte.
Künstlerische KI-Illustration — kein authentisches Foto. Der gemeinfreie Status der echten Studioaufnahmen ist nicht gesichert; daher als gekennzeichnete Illustration im Film-noir-Stil der Zeit.
Geboren wird sie am 9. November 1914 in Wien als Hedwig Eva Maria Kiesler, Tochter eines Bankdirektors und einer aus Budapest stammenden Pianistin. Mit dem tschechisch-österreichischen Film „Ekstase" (1933) sorgt sie europaweit für einen Skandal.
Im selben Jahr heiratet sie den Waffenhändler Friedrich „Fritz" Mandl. An seinem Tisch hört sie Gespräche über Waffen- und Militärtechnik mit — die Wurzel ihres späteren technischen Interesses. Sie beschreibt sich als „wie eine Puppe" gehalten. 1937 flieht sie aus der Ehe nach London und weiter in die USA.
Funkgesteuerte Torpedos sendeten auf einer festen Frequenz. Der Gegner musste nur diese eine Frequenz finden und überlagern — und das Signal war gestört, das Steuersignal tot.
Lamarrs und Antheils Idee: Sender und Empfänger springen synchron über viele Frequenzen. Wer das Sprungmuster nicht kennt, kann weder mithören noch gezielt stören.
Funkgesteuerte Torpedos sendeten auf einer festen Frequenz. Der Gegner musste sie nur finden und überlagern — das Steuersignal war tot.
Sender und Empfänger springen synchron über viele Frequenzen. Wer das Muster nicht kennt, kann weder mithören noch stören.
Unten arbeitet das Prinzip live: ein Träger hüpft über ein Raster aus Frequenzkanälen. Stell den Modus von „eine Frequenz" auf „springend" um — und schalte einen Störsender (Jammer) dazu, der einen festen Kanal blockiert. Beim Springen verfehlt der Jammer das Signal fast immer.
› Im Modus „eine Frequenz" sitzt der ganze Verkehr auf einem Kanal. Aktivierst du den Störsender, trifft er genau diesen Kanal — der Empfang bricht ab.
› Im Modus „springend" wechselt der Träger ständig den Kanal. Ein Jammer auf festem Kanal trifft fast nur leere Slots — das Signal kommt durch.
Das größte Problem war die Synchronisation: Sender und Empfänger mussten exakt dasselbe Sprungmuster im selben Takt abspielen. Die Lösung kam von George Antheil, der zuvor mehrere selbstspielende Klaviere (Pianola) über synchronisierte Lochstreifen-Rollen koordiniert hatte.
Beide Funkgeräte sollten identische Lochrollen abspielen — wie ein gemeinsames Notenblatt. Das System sprang über 88 Frequenzen — genau die Zahl der Tasten eines Klaviers.
US-Patent 2.292.387 — Zeichnungsblatt 1 (Fig. 1–3), Originaldokument der USPTO, gemeinfrei. Der ehrlichste Bildbeleg dieser Seite.
Eingereicht am 10. Juni 1941, erteilt am 11. August 1942 unter ihrem damaligen Namen Hedy Kiesler Markey, gemeinsam mit George Antheil. Das Patent beschreibt ein „Geheimes Nachrichtensystem" — ein störfestes Funksteuersignal durch synchrones Frequenzspringen.
gemeinfrei · uspto · public domainElectronic Frontier Foundation — gemeinsam mit George Antheil.
Posthume Aufnahme in die National Inventors Hall of Fame.
Ein Kleinplanet trägt seither den Namen Lamarr.
Ein Satellit des GPS-III-Programms wurde nach ihr benannt.
„Eine Person, zwei Vermächtnisse — und beide sind echt." — der rote faden dieser seite, frei nach lamarrs doppelleben